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Chronik der Sportfreunde Edertal

Nach einigen vergeblichen Anläufen in der Vergangenheit wurde in Berghausen und Raumland Ende des Jahres 1974 ernsthaft über eine Fusion der beiden Sportvereine SSV Berghausen und SV Raumland nachgedacht. Am 08.03.1975 fand zur Abstimmung über diese Fusion sowohl eine Generalversammlung in der Fest- und Kulturhalle Berghausen als auch eine Mitgliederversammlung im Lokal Althaus-Koch in Raumland statt.

In Berghausen konnte der Vorsitzende Günter Knebel 149 stimmberechtigte Mitglieder begrüßen. Die Berghäuser sprachen sich mit der überwältigenden Mehrheit von 145 Ja- zu 4 Nein-Stimmen für die Fusion aus. In Raumland wurde zu gleicher Zeit unter dem Vorsitz von Hans Müller in geheimer Wahl abgestimmt. Von den 96 anwesenden Mitgliedern sprachen sich 79 für und 17 gegen die Fusion aus. Damit war auch hier die in der Satzung vorgeschriebene 2/3 Mehrheit erreicht. Mit der Bekanntgabe der Abstimmung in Berghausen war die Fusion beschlossene Sache. Die Gründungsversammlung des neuen Vereins wurde für Mai 1975 vorgesehen.

Am 31.05.1975 trafen sich insgesamt 158 stimmberechtigte Mitglieder der beiden Vereine zur Gründungsversammlung der Sportfreunde Edertal in der Sporthalle Raumland. Von den drei Bewerbern Günter Knebel, Erhard Breidenstein und Hans Müller wurde Günter Knebel zum 1. Vorsitzenden des neuen Vereins gewählt. Die weiteren Wahlen ergaben folgende Vorstandsbesetzung:

2. Vorsitzender: Erhard Breidenstein
Geschäftsführer: Dieter Lorenz
2. Geschäftsführer: Hans-Jürgen Born
1. Vermögensverwalter: Werner Born
2. Vermögensverwalter: Hermann Dickel
Spielausschußobmann: Helmut Schneider
2. Spielausschußobmann: Artur Becker
Jugendobmann: Heinz Imhof

Zum Vorsitzenden des Ehrenrates, der sich aus jeweils 5 Mitgliedern aus Raumland und Berghausen zusammensetzte, wurde Karl Linde, zu seinem Stellvertreter Hans Müller gewählt. Laut Sitzungsprotokoll wurde die Versammlung um 23.15 Uhr nach der Gründungsrede des Vorsitzenden Günter Knebel geschlossen. Anschließend wurde noch bis tief in die Nacht die Gründung der Sportfreunde Edertal gefeiert. Neben massenhaft Gerstensaft wurde dabei auch der 1. Preis eines Skatturnieres verzehrt. Es handelte sich dabei um ein halbes Schwein, das dankenswerterweise vom neuen 2. Geschäftsführer Hans-Jürgen Born gestiftet wurde.

Aus heutiger Sicht kann man die damalige Entscheidung nur als einen Glücksfall für die beiden Vereine und die beiden Ortschaften Berghausen und Raumland bezeichnen. Auch die letzten Zweifler werden heute zustimmen, daß die Fusion notwendig und richtig war. Dies kann man auch aus den nachfolgenden Seiten entnehmen, auf denen der Weg der Sportfreunde Edertal aufgezeigt wird.

Zum Spiel- und Trainingsbetrieb standen den Jugend- und Seniorenmannschaften der Sportfreunde Edertal die beiden Aschenplätze in Berghausen (mit Sportheim) und Raumland (mit Sporthalle) zur Verfügung. In der Satzung wurde festgelegt, daß die Spiele abwechselnd in Berghausen und Raumland ausgetragen werden. Trainiert wurde wegen der vorhandenen Flutlichtanlage überwiegend in Raumland.

Als Vereinslokal wurde der zentral gelegene Gasthof des langjährig aktiven Vereinsmitgliedes Dieter Kunze in Raumland-Bahnhof gewählt. Hier sollten in der Zukunft noch manche Siege und Meisterschaften ausgiebig gefeiert werden.

Im Fusionsjahr spielten in Berghausen und Raumland insgesamt 4 Fußballseniorenmannschaften. Die 1. Mannschaft von Berghausen spielte in der damaligen 2. Kreisklasse, die 2. Mannschaft in der 3. Kreisklasse. Die Raumländer 1. Mannschaft stieg 1975 von der 1. in die 2. Kreisklasse ab; die 2. Welle spielte ebenfalls in der 2. Kreisklasse. Für die Sportfreunde Edertal bedeutete dies bei drei gemeldeten Mannschaften, daß die 1. Mannschaft in der 2. Kreisklasse und die 2. u. 3. Mannschaft in der 3. Kreisklasse ihren Spielbetrieb aufnehmen mußten. Die beiden Altherren-Mannschaften wurden zusammengelegt und nahmen in den folgenden Jahren rege und mit großem Erfolg am Spielbetrieb der Altliga teil.

Die 2. Mannschaft wurde in der Saison 1975/76 auf Anhieb überlegen Meister in der 3. Kreisklasse und damit der erste Seniorenmeister der SF Edertal. Dabei konnte unser heute noch aktiver Schiedsrichter Karl-Hermann Berge sage und schreibe 42 Tore für seine Mannschaft erzielen.

Die 1. Welle konnte im Gründungsjahr unter Spielertrainer Helmut Daub (Siegen-Trupbach) in der 2. Kreisklasse den 2. Tabellenplatz hinter dem FC Benfe belegen. Durch Relegationsspiele konnte aber dennoch der erhoffte Aufstieg in die 1. Kreisklasse geschafft werden. Das nachfolgende Foto zeigt die glücklichen Gewinner nach dem letzten Spiel in Deuz gegen den TuS Wiederstein, das mit 2 : 1 gewonnen wurde.

Der Aufstieg wurde natürlich gebührend gefeiert. So unternahm man unter anderem eine Triumphfahrt durch Raumland und Berghausen mit anschließender Aufstiegsfeier im Vereinslokal Gasthof Kunze.

Neben dem Fußball war auch die Damenabteilung mit ihren Gymnastikgruppen (näheres hierzu an anderer Stelle) sehr aktiv. Außerdem wurde unter der Leitung des 2. Vorsitzenden Erhard Breidenstein eine Tischtennisabteilung gegründet, die später auch zum Spielbetrieb angemeldet wurde.

Der Verein zählte bei der Jahreshauptversammlung 1976 insgesamt 597 Mitglieder.

Im Sommer 1976 wurde als neuer Trainer für die 1. Mannschaft Diethard Lichte aus Bad Berleburg verpflichtet. Unter seiner Leitung belegte die Mannschaft in der Saison 1976/77 einen guten sechsten Tabellenplatz in der 1. Kreisklasse. Auch nach dieser Saison konnte wieder ein Meister gefeiert werden. Die nachfolgend abgebildeten Spieler der 3. Mannschaft wurden Meister der 3. Kreisklasse.

In der Saison 1977/78 konnte die 1. Mannschaft nicht zuletzt durch einige Neuzugänge und die Rückkehr der Spielerpersönlichkeit Fritz Knebel (Berghausen) die Meisterschaft in der 1. Kreisklasse erringen. Dieser große Erfolg verbunden mit dem Aufstieg in die Bezirksliga machte den neuen Verein SF Edertal bis weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt.

Nach ihrem Aufstieg 1978 konnte die 1. Mannschaft sieben Jahre lang eine gute Rolle in der Bezirksliga spielen. Schon allein diese Tatsache war ein Riesenerfolg für unseren Verein, der ohne die Fusion sicherlich nicht zustande gekommen wäre.

In 1979 übernahm Gerhard Saßmannshausen aus Berghausen das Traineramt von Diethard Lichte. Mit ihm erreichte die 1. Mannschaft das bisher beste Ergebnis in der Vereinsgeschichte der SF Edertal. In der Saison 1979/80 belegte man einen hervorragenden vierten Tabellenplatz in der Bezirksklasse. Als neuer Vorsitzender wurde Richard Feige für den nicht mehr zur Wahl stehenden Günter Knebel gewählt. Auch in diesem Jahr konnte wieder eine Meisterschaft gefeiert werden. Unter der Leitung von Karl-Hermann Berge schaffte die 2. Mannschaft nach mehreren vergeblichen Anläufen erstmals den Aufstieg in die 1. Kreisklasse. Höhepunkt der danach folgenden Meisterschaftsfeier im Gasthof Kunze war sicherlich das Anstreichen des Bürgersteigs gegenüber dem Gasthof mit den Vereinsfarben Blau-Gelb-Weiß.

In 1979 wurde das Sportangebot in unserem Verein weiter ausgebaut. Neben Fußball, Tischtennis und Frauenturnen in Raumland startete man im Herbst dieses Jahres mit Frauen- und Kinderturnen in Berghausen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt begann sicherlich die Wandlung vom reinen Fußballverein hin zum Verein für Freizeit- und Breitensport.

Leider konnte sich die 2. Welle in der A-Liga nicht behaupten und stieg nach der Saison 79/80 wieder in die B-Liga ab.

Für den viel zu früh verstorbenen 2. Vorsitzenden Erhard Breidenstein (vorher vertreten durch Werner Feige) wurde Wilhelm Uellendahl neu gewählt. Einen weiteren großen Verlust erlitt unser Verein durch den tragischen Tod unseres vorbildlichen Sportkameraden Fritz Knebel. Er verunglückte im Sommer in dem von ihm selbst organisierten Trainingslager der 1. Mannschaft in Hopfau/Schwarzwald tödlich.

Mit Abschluß der Spielsaison 1980/81 übernahm Diethard Lichte wieder das Traineramt der 1. Mannschaft von Gerhard Saßmannshausen. Die Mannschaft erreichte mit dem zum Senior erklärten Jugendspieler Norbert Dickel den 10. Tabellenplatz in der Bezirksliga. Die 2. Welle belegte nach ihrem Abstieg den 3. Platz in der B-Liga; die 3. Mannschaft konnte mit einem sicheren Mittelfeldplatz diese Klasse halten.

Am 01.07.1982 hatten die Sportfreunde Edertal 651 Mitglieder. Die Höhepunkte der Fußballsaison 1981/82 setzte unser Torjäger Norbert Dickel, der in seinem ersten Jahr als Seniorenspieler mit 38 Toren Torschützenkönig in der Bezirksliga wurde. Leider (für unseren Verein) wechselte er nach dieser Saison zu den Sportfreunden Siegen. Dies war der Beginn seiner Karriere, die ihn bis in die Bundesliga führen sollte. Auch dazu an anderer Stelle mehr. Besonders geehrt wurde in diesem Jahr auch der Dauerbrenner unserer 1. Mannschaft, Herbert Born, der sage und schreibe 120 Spiele in Serie bestritt.

Im Sommer 1983 löste Manfred Koerth Richard Feige als 1. Vorsitzenden ab. Die 1. Mannschaft konnte die Bezirksklasse halten; die 2. und 3. Mannschaft belegten Platz 4 bzw. Platz 8 in der B-Liga. Torschützenkönig des Vereins in dieser Saison war der langjährige 1. Mannschaftsspieler Wolfgang Stremmel, der für die 2. Welle 29 Treffer erzielen konnte.

Am 19.12.1983 verstarb viel zu früh unser langjähriger Fußballobmann Fritz Dickel, Berghausen, der sich durch seine Tätigkeit und sein Engagement für die Sportfreunde Edertal große Verdienste erworben hatte.

Aus dem Protokoll der Jahreshauptversammlung 1984 kann man einige für unseren Verein interessante Daten entnehmen. Das Finanzvolumen betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 75000,- DM. Im Bereich Fußball waren 150 Sportkameraden (von der E-Jugend bis zur Altherren-Mannschaft) aktiv, die von 7 Übungsleitern betreut wurden. Als Schiedsrichter waren die Sportkameraden Georg Dickel, Hermann Berge, Arno Uellendahl und Claus Breuer tätig. In der Breitensportabteilung (Turnen und Gymnastik), die von Johanna Breidenstein geleitet wurde, waren 29 männliche und 191 weibliche Junioren und Senioren aktiv. Geleitet wurden die Gruppen von Johanna Breidenstein, Manfred Koerth, Ilse Wahl, Gertrud Dreisbach, Johanna Nipko, Bärbel Treude, Gertud Hirschfeld, Hilde Born und Angelika Dickel.

Für Diethard Lichte übernahm mit Beginn der Saison 1984/85 Dieter Kasper aus Bad Laasphe das Traineramt der 1. Mannschaft.

Im Sommer 1984 konnte endlich wieder ein Meister gefeiert werden. Die 2. Mannschaft wurde unter der Regie von Manfred Born, Raumland, mit 6 Punkten Vorsprung überlegen Meister der B-Klasse und schaffte damit zum zweiten Mal den Aufstieg in die A-Klasse. Sie brachte dabei das Kunststück fertig, die Saison ohne Niederlage zu beenden.

Auch musikalisch hatte diese Mannschaft einiges zu bieten. Begleitet vom Schifferklavier des Torwarts Bernd Ilg (Spitzname: Rastelli) wurde manches Fußballied zum besten gegeben.

Das Fußballjahr 1984/85 war für unseren Verein das schwärzeste in der Vereinsgeschichte. Die 2. Mannschaft konnte die A-Klasse nicht halten und stieg nach einem Jahr wieder in die B-Klasse ab. Auch die 1. Mannschaft mußte nach siebenjähriger Zugehörigkeit die Bezirksklasse verlassen. Lediglich die 3. Mannschaft konnte den Klassenerhalt in der B-Klasse schaffen. Nach nur einem Jahr wurde Dieter Kasper von Paul Pape als Spielertrainer der ersten abgelöst.

Für Paul Pape war dies seine erste Trainertätigkeit. Zuvor spielte der gebürtige Auer beim TSV Aue-Wingeshausen, dem VfL Bad Berleburg und zuletzt beim Landesligisten SV Schmallenberg-Fredeburg, wo er die Saison mit 17 Toren abschloß. Nachdem mehrere wichtige Spieler die 1. Mannschaft verlassen hatten, konnte das Saisonziel in der A-Liga sicherlich nicht der direkte Wiederaufstieg sein. Man wollte sich erst einmal an die neue Umgebung gewöhnen und peilte einen Platz im oberen Mittelfeld der Tabelle an. Leider mußte man schnell erkennen, daß auch dieses Vorhaben sehr schwer zu realisieren war, wollten doch alle Mannschaften, vor allem die Wittgensteiner Konkurrenten, dem langjährigen, ehemaligen Bezirksligisten Sportfreunde Edertal die Punkte abjagen.

Belegte man nach anfänglich gutem Start den erhofften vorderen Mittelfeldplatz, so mußte man nach einer unerklärlichen Niederlagenserie von 7 Spielen in der Winterpause den enttäuschenden letzten Tabellenplatz mit 13:23 Punkten einnehmen. Um den drohenden Abstieg in die B-Liga zu vermeiden, setzten sich Spieler, Trainer und Vorstand an einen Tisch und schworen auf Besserung. Gesagt getan. Nach einer sehr guten Wintervorbereitung legte man einen Zwischenspurt mit 13:1 Punkten hin und belegte schließlich am Ende der Saison einen Mittelfeldplatz mit 30:30 Punkten.

Der bereits oben erwähnte Abgang mehrerer Spieler ging natürlich auch nicht spurlos an zweiter und dritter Mannschaft vorbei. Schaffte die 2. Welle gerade einmal einen unteren Mittelfeldplatz in der B-Liga, so mußte die Dritte in die C-Liga absteigen.

Was die Seniorenmannschaften in der abgelaufenen Spielserie nicht erreichten, blieb unserer A-Jugend vorbehalten. Sie errang in souveräner Manier den Meistertitel in der Kreisklasse Wittgenstein und stieg in die Kreisliga auf (mehr hier zu im Kapitel Jugendfußball). Ein großer Teil dieser Mannschaft bildete den Stamm der 1. Mannschaft, die im Jahr 1990 den Wiederaufstieg in die Bezirksliga schaffte.

Positiv in diesem Jahr war auch das Erscheinen der 1. Ausgabe unserer Vereinszeitschrift „Edertal Aktuell“. Fortan informiert das „kleine gelbe Heftchen“ in vierteljährlichem Rhythmus Vereinsmitglieder, Bürger und Freunde aus Berghausen und Raumland über das aktuelle Vereinsgeschehen der Sportfreunde Edertal.

Aus der ersten Ausgabe kann man u. a. entnehmen, daß der Verein 1985 aus 3 Seniorenmannschaften, 6 Jugendmannschaften, einer Altherren-Mannschaft, 5 Damengymnastikgruppen, einer Altherren-Turngruppe, 2 Kinderturngruppen, einer Tischtennisabteilung und einer neu gegründeten Kanu-Abteilung besteht.

Für die Spielzeit 1986/87 hatte man sich einiges vorgenommen. Aber alles kam wieder ganz anders. Nach schlechter Vorrunde geriet man wie im Vorjahr wieder in Abstiegsgefahr. Trauriger Höhepunkt der schwachen Leistungen war die Niederlage beim Absteiger VfL Bad Berleburg II Anfang April. Nach dieser Niederlage warf Trainer Paul Pape das Handtuch. Er wurde durch den langjährigen Betreuer Helmut Schneider ersetzt. Nach dem alten Sprichwort „neue Besen kehren besser“ konnte man mit einer Leistungssteigerung den Klassenerhalt noch einmal schaffen.

Einen Wechsel gab es auch an der Spitze des Vereins. Friedhelm Limper löste Manfred Koerth als 1. Vorsitzenden ab.

Im darauffolgenden Jahr kam was kommen mußte. Nach erneuten schwachen Leistungen unserer 1.Mannschaft stieg man nach einem Entscheidungsspiel gegen den TuS Johannland in die B-Klasse ab. Dies konnte auch der zur Rückserie verpflichtete - später sicherlich einer der erfolgreichsten Trainer in der Geschichte der Sportfreunde Edertal - Otto Debus nicht verhindern. Nach zeitweiser furioser Aufholjagd (die Abstiegszone konnte kurzzeitig verlassen werden), mußte man der miserablen Leistung der Hinserie Tribut zollen, so daß man am Ende der Saison punktgleich mit dem TuS Johannland auf einem Abstiegsplatz stand

Nun stand man wieder da, wo man zu Beginn der Fusion gestanden hatte. In der B-Liga. Sollte die Fusion etwa hier am Ende sein? Wie würde es weitergehen? Es kamen viele Fragen auf, die beantwortet werden mußten.

Für die Saison 1988/89 waren die Aussichten auch nicht gerade rosig. Hatten doch zwei Leistungsträger den Verein in Richtung des Landesligisten SV Schmallenberg-Fredeburg verlassen. Nun lag es an Otto Debus aus den übriggebliebenen Spielern und aus den dazugestoßenen Jugendspielern eine schlagfertige, neue Mannschaft zu formen. Als Ziel für die erste B-Liga-Serie seit 1975 hatte man sich einen Platz unter den ersten 5 vorgenommen. Es zeigte sich aber sehr schnell, daß unsere Erste in der neuen Umgebung gut mitspielen konnte. Der zweite Tabellenplatz, der zu Beginn der Rückserie hinter dem SV Schameder belegt wurde, ließ auf den direkten Wiederaufstieg hoffen. Im Laufe der Rückserie entbrannte ein spannender Zweikampf mit dem SV Schameder. Einige Spieltage vor Schluß standen wir allein auf dem 1. Tabellenplatz. Der knappe Vorsprung konnte jedoch nicht bis zum Saisonende gehalten werden, und so stand man, punktgleich mit dem SV Schameder auf dem 1. Tabellenplatz. Abermals mußte die junge Truppe von Otto Debus ein Entscheidungsspiel austragen. Dieses Mal aber mit umgekehrten Vorzeichen, ging es doch um den Aufstieg in die A-Klasse. Die Mannschaft war für das Spiel sehr gut eingestellt und hoch motiviert. In einem spannenden, mit vollem Einsatz geführten Spiel unterlag man, vor 650 Zuschauern auf dem Sportplatz in Weidenhausen, dem SV Schameder 3:2 nach Verlängerung.

Nach dem erneuten Scheitern in einem Entscheidungsspiel war natürlich die Stimmung in der Mannschaft und auch im gesamten Verein erst einmal sehr getrübt. Einen Vorwurf konnte man der jungen Mannschaft von Otto Debus jedoch nicht machen. Immerhin hatte man sich als Saisonziel lediglich einen Platz unter den ersten 5 gesetzt.

Nach dem guten Abschneiden in der vergangenen Saison zählte man für die neue Spielserie natürlich zu den Favoriten. Mit dem Rückkehrer Michael Born und dem aus der Jugend dazu gestoßenen Bernd Dziawer hatte man sich im Sturm erheblich verstärkt. Die Defensive wurde mit Thomas Döring ergänzt, der ebenfalls aus der eigenen Jugend dazu kam. Bereits nach den ersten Spielen bewies die Mannschaft ihre Überlegenheit in der B-Klasse. Man wurde der Favoritenrolle sehr schnell gerecht und setzte sich an die Tabellenspitze. Als härtester Verfolger kristallisierte sich der VfL Girkhausen heraus, der sich ebenfalls vor der Saison verstärkt hatte. Zum Ende der Hinserie konnte man bereits die inoffizielle Herbstmeisterschaft mit einem Vorsprung von 3 Punkten feiern. Dieser Vorsprung wurde auch mit in die Winterpause genommen. Wie stark diese Mannschaft in der B-Liga war, zeigte sich in den Vorbereitungsspielen in der Winterpause. Hier besiegte man unter anderem Mannschaften wie Birkelbach I und Eichen-Krombach I, die in der A-Liga ganz oben standen. Mit Beginn der Rückserie wurden die guten Leistungen fortgesetzt und man baute den Vorsprung weiter aus, so daß man einige Spieltage vor Saisonende dem Gewinn der Meisterschaft immer näher kam. Am (Datum) war es dann endlich soweit. Mit dem Sieg über (Gegner?) wurde man in überzeugender Manier vorzeitiger Meister der Kreisliga B-Nord.

Nach Jahren des Mißerfolges hatte die 1. Mannschaft der Sportfreunde Edertal endlich wieder eine Meisterschaft errungen. Die letzte wurde 1978 mit dem Aufstieg in die Bezirksklasse gefeiert. Zwar ist ein Titel in der B-Liga nicht mit dem eines Titels in der A-Liga zu vergleichen, aber endlich war eine Trendwende zu erkennen. Kämpfte man in den vergangenen mehr als 10 Jahren meist um den Abstieg so ging es jetzt endlich wieder bergauf.

Die Meisterschaft wurde natürlich kräftig gefeiert. Es wurde unter anderem eine Mannschaftsfahrt nach Runding im Bayrischen Wald unternommen.

Nach einem Gastspiel von 2 Jahren in der B-Liga, konnte man in der Saison 1990/91 wieder in der A-Liga um Punkte kämpfen. An dieser Stelle darf man sagen, daß diese 2 Jahre B-Liga die Lehrjahre, einer in Zukunft noch sehr erfolgreichen Truppe waren. Ein besonderer Verdienst lag hier wohl bei Otto Debus, der es verstand auch sehr schwierige Persönlichkeiten, aber dafür sehr gute Fußballer, für die Mannschaft zu gewinnen. Der Stamm der jungen Mannschaft rekrutierte sich aus einer sehr erfolgreichen Jugendmannschaft, die betreut von Jürgen Klein, noch vor 3 Jahren A-Jugend-Meister war. Dies waren Spieler wie Michael Born, Heiko Born, Thomas Beitzel, Frank Limper, Thomas Homrighausen, Stefan Kroh und Jürgen Dreisbach um nur einige zu nennen. Diese Jungen, ergänzt durch erfahrene Spieler wie Klaus Dreisbach, Hartmut Treude, Christoph Raidt und dem vom SV Schmallenberg-Fredeburg zurückgekehrten Gerd Schöneborn sowie den „Dauerbrennern“ Günter und Bruno Dickel und dem erst im 2. Seniorenjahr spielenden Bernd Dziawer machten die kommende Saison zu einer der erfolgreichsten in der Geschichte der Sportfreunde Edertal. Wegen dieses großen Erfolges, soll das Spieljahr im folgenden etwas ausführlicher geschildert werden.

Otto Debus hatte also eine gute Mischung aus Jung und Alt zusammen. Nach einer sehr guten Vorbereitung, in der auch nach langer Zeit wieder ein Trainingslager (in Minden, Ostwestfalen) absolviert wurde, hatte man einen guten Leistungsstand erreicht. Die Mannschaft ließ in einigen Vorbereitungsspielen ihr Können aufblitzen. Als Saisonziel setzte man sich einen Platz im Mittelfeld. Als Favoriten für die Meisterschaft wurden Feudingen, Weißtal und Salchendorf von den meisten Trainern genannt. Zum Saisonauftakt in Dreis-Tiefenbach konnte Otto Debus leider nicht in Bestbesetzung antreten, waren doch noch zwei Spieler im Sommerurlaub. Die heimische Presse schrieb: „... dieser Gang wird für die Wittgensteiner schon zur fast uneinnehmbaren Hürde.“ Dies konnte die Mannschaft jedoch nicht davon abhalten bereits das erste Spiel auf fremden Platz erfolgreich zu beenden. Man gewann mit 2: 1. Nach diesem Sieg, der euphorisch gefeiert wurde, sagte Gerhard „Jupp“ Beitzel vor Freude: „Wir werden Meister!“ Das er recht behalten sollte, zeigte sich ein knappes dreiviertel Jahr später.

Das erste Heimspiel der Spielserie fand in Berghausen gegen den Lokalrivalen TSV Aue-Wingeshausen statt. Erstmals in Bestbesetzung angetreten, gewann die Mannschaft verdient mit 1:0. Nach zwei Spielen stand man nun, für die meisten Anhänger unerwartet, mit 4:0 Punkten hinter dem VfL Klafeld II und dem FC Kreuztal auf dem dritten Tabellenplatz. Was die beiden Siege wert waren. Sollte sich im nächsten Spiel beim Meisterschaftsmitfavoriten Germania Salchendorf zeigen. Die Salchendorfer waren nicht optimal in die Saison gestartet, standen sie doch mit 2:2 Punkten lediglich auf einem Mittelfeldplatz. Sie wollten in ihrem zweiten Heimspiel unbedingt den ersten Sieg einfahren. Wir hingegen, mit einer gehörigen Portion Respekt im Gepäck, wollten unsere gute Position verteidigen und hatten uns einen Punktgewinn als Ziel gesetzt. Nach einem sehr guten Spiel, von einigen kritischen Edertaler Zuschauern zu einem der Besten der gesamten Saison gewertet, erreichte man ein 0:0 Unentschieden. In diesem Klasse-Spiel hätte man fast sogar gewonnen, wenn da nicht einmal der Pfosten oder der Schiedsrichter, bei einem nicht gewerteten Abseitstor, für die Salchendorfer gerettet hätte. Trotzdem konnte man sehr zufrieden die Heimfahrt antreten, hatte man doch gegen einen der Topfavoriten für die Meisterschaft nicht nur einen Punkt erkämpft, sondern in überzeugender Manier erspielt. Dies ließ das Selbstwertgefühl der Spieler steigen und für die kommenden Aufgaben hoffen.

Nach einem weiteren Sieg, diesmal beim Bezirksliga-Absteiger und Lokalrivalen TuS Dotzlar, erwartete man im nächsten Spiel in Raumland den SV Schameder, gegen den man knapp zwei Jahre zuvor eine bittere Niederlage im Kampf um den B-Liga-Titel hinnehmen mußte. Aber diesmal kam alles anders. In einem überlegen geführtem Spiel siegte man verdient mit 3:1 und übernahm erstmals, begünstigt durch ein Unentschieden des VfL Klafeld II, die Tabellenführung der Kreisliga A. Einen Wehrmutstropfen hatte die Begegnung allerdings doch. Unser Torhüter Heiko Born hatte seine Nerven nicht ganz im Zaum und sah nach überhartem Einsteigen gegen einen Spieler des SV Schameder die rote Karte. Dies war natürlich für die Mannschaft ein herber Verlust, hatte doch Heiko Born bis dahin erheblich dazu beigetragen die Tabellenspitze zu erklimmen. Nun mußte die Mannschaft in den nächsten 4 Spielen ohne den Stammkeeper antreten. Vertreten wurde Heiko Born durch Markus Grebe, der sein Können bereits am folgenden Mittwoch gegen den TuS Johannland unter Beweis stellen mußte. In einer teilweise zerfahrenen Begegnung - zwei Elfmeter und eine rote Karte für Johannland und einen Elfmeter und eine Zeitstrafe für Edertal - siegte man verdient mit 4:3 und behauptete die Tabellenspitze.

Jetzt stand man nach sechs Spieltagen mit 11:1 Punkten allein an der Spitze. Die großen Favoriten der Saison enttäuschten bisher. Lediglich der SV Feudingen erfüllte die Erwartungen und stand mit 8:2 Punkten und einem Spiel weniger an dritter Stelle. Natürlich nahm auch die heimische Presse mehr und mehr Notiz an den bisherigen Erfolgen der SF Edertal.

Das die Presse nicht die einzigen waren, die gemerkt haben das in Berghausen und Raumland wieder guter Fußball geboten wurde, zeigte sich auch an den steigenden Zuschauerzahlen. So besuchten ca. 100 bis 150 Menschen die letzten Heimspiele und auch zu den Auswärtsspielen reisten regelmäßig ca. 50 Sportfreunde und -freundinnen mit der Mannschaft. Es bildete sich sogar ein Fanclub, über den aber noch an anderer Stelle ausführlicher berichtet werden soll.

Nachdem man das Auswärtsspiel gegen den Tabellenvierten FC Hilchenbach gewonnen hatte, empfing man nun den absoluten Topfavoriten für die Meisterschaft, nämlich den TSV Weißtal. Das man es als sogenannter Topfavorit auch sehr schwer haben kann, zeigte sich gerade am Beispiel des TSV Weißtal. Die Mannschaft belegte nach einer erneuten überraschenden Niederlage gegen den VfL Klafeld II gerade mal den 8. Tabellenplatz mit 6:6 Punkten. Dies war für Weißtal natürlich sehr enttäuschend, hatte man sich vor der Saison doch durch „Spielereinkäufe“ sehr verstärkt.

In der Presse wurde das Spiel unter folgenden Lettern angekündigt: „Spitzenreiter Edertal empfängt morgen Mitfavorit TSV Weißtal“, „Spitzenreiter Edertal erwartet Titelaspiranten TSV Weißtal...“ oder „Der Spitzenreiter gegen die Mannschaft, die oben erwartet wurde.“

Aus Edertaler Sicht stand dieses Spiel unter keinem guten Stern. War doch an diesem Wochenende das traditionelle Kartoffelbraten der Raumländer Vereine angesagt, an dem man in den letzten Jahren über ein Unentschieden nicht hinaus kam. Außerdem mußte der etatmäßige Torwart Heiko Born immer noch seine vierwöchige Strafe absitzen. Am Sonntag kam dann, womit vielleicht viele schon länger gerechnet hatten. Man verlor das erste Spiel der Saison mit 5:2 gegen eine hochmotiviert angetretene Weißtaler Truppe. Verantwortlich für die herbe Schlappe, war vor allem Weißtals Goalgetter Schmidt, der von unserer Abwehr nicht in den Griff zu bekommen war und allein 4 Tore erzielte. Man verlor allerdings nicht die Tabellenspitze, sondern behauptete den ersten Platz, war jedoch nach Minuspunkten punktgleich mit dem SV Feudingen, der jetzt als einzige Mannschaft noch ohne Niederlage war.

Dieser Dämpfer saß sehr tief in den Köpfen der Spieler. Würde man jetzt einen Einbruch erleben? Würde man die Tabellenführung verlieren? Die Presse schrieb, daß man in Edertal wieder auf den Boden der Realität gekommen sei.

Im nächsten Spiel mußte man zum FC Laasphe reisen, die überraschend beim bisherigen Tabellenzweiten VfL Klafeld II gewonnen hatten und zuletzt 7:3 Punkte in Folge erzielten. Man stand also vor einer schweren Aufgabe und hatte sich somit einen Punktgewinn als Ziel gesetzt. Das man das Spiel dann mit 5:4 gewonnen hatte, bewies wie gefestigt die Mannschaft in dieser Phase der Saison schon war. Viele angebliche Fußballsachverständige hatten der Mannschaft einen Einbruch vorhergesagt und sie schon ins Mittelfeld abrutschen sehen. Die Elf belehrte die Skeptiker doch eines Besseren und gewann auch die folgenden Spiele - inzwischen wieder in Bestbesetzung mit Heiko Born - gegen Kreuztal, Klafeld II und den SV Setzen. Die Tabelle zeigte nun eine Spitzengruppe mit fünf Mannschaften - mittlerweile mit den Favoriten Weißtal, Feudingen und Salchendorf - die von uns mit einem knappen Vorsprung von 2 Punkten angeführt wurde.

Nach einem Unentschieden beim schweren Auswärtsspiel in Eichen-Krombach kam es nun in Raumland zum Spitzenspiel um die inoffizielle Herbstmeisterschaft gegen den Tabellenzweiten SV Feudingen. Die Vorschußlorbeeren zu diesem Spiel seitens der örtlichen Zeitung waren sehr groß. So schrieb man in großen Lettern „Alle Augen sind auf das ‘Spiel der Spiele’ gerichtet.“ Oder: „Wer wird Herbstmeister?“ Wie so oft konnte dann diese Spitzenpartie leider nicht das halten was sie versprach. Da sehr viel auf dem Spiel stand, spielten beide Mannschaften aus einer gesicherten Abwehr heraus. Man trennte sich am Ende gerecht mit 1:1 Unentschieden, wobei beide Treffer vom 11-Meter-Punkt erzielt wurden.

Nachdem man jetzt die Hinserie als Tabellenführer abgeschlossen hatte und jede Mannschaft mit ihren Stärken und Schwächen kennengelernt hatte, konnte man die eigenen Qualitäten noch besser einschätzen. Mit dieser Erkenntnis und einem weiter gewachsenen Selbstvertrauen konnte man beruhigt die ersten 3 Spiele der Rückserie, die noch vor der Winterpause ausgetragen wurden, angehen. Man bezwang Dreis-Tiefenbach, den TuS Dotzlar und schlug erneut den einstigen Angstgegner SV Schameder auf dessen Platz mit 2:1. Bei gleichzeitigen Punktverlußten von Salchendorf und Weißtal und begünstigt durch einen Spielausfall von Feudingen, konnte man den Vorsprung nach Pluspunkten wieder ausbauen. Mittlerweile mußte auch die „Konkurrenz“ neidlos anerkennen, daß in Berghausen und Raumland eine sehr gute Mannschaft gewachsen war.

Nach diesem sehr guten und vor der Saison nicht für möglich gehaltenen Abschneiden, konnte man ein schönes Weihnachtsfest feiern und sich von den Strapazen der letzen schweren Spiele erholen.

Nach ca. 6wöchiger Winterpause bestellte Otto Debus seine Mannen zum Trainingsauftakt nach Raumland. Fortan wurde intensiv gearbeitet, um für die kommenden Aufgaben gerüstet zu sein. Inzwischen war man natürlich nicht mehr damit zufrieden einen Mittelfeldplatz zu erreichen. Das neue Ziel hieß natürlich Meisterschaft.

Das erste Spiel nach der Winterpause sollte eigentlich gegen den FC Hilchenbach stattfinden, jedoch wurde von der Stadt Bad Berleburg der Platz in Raumland wegen der schlechten Witterungsverhältnisse gesperrt, so daß man zum Auftakt gleich gegen den zu Saisonbeginn als Topfavoriten gehandelten TSV Weißtal antreten mußte. In diesem eminent wichtigen Spiel für uns stellte sich die Frage, wer wohl am besten aus den Startlöchern kommen würde. Der TSV Weißtal könnte bei einem Sieg bis auf 2 Punkte aufschließen. Mit diesem Wissen im Gepäck fuhr die Mannschaft, erstmals mit einem Bus, zusammen mit vielen Fans nach Gernsdorf. In einem ansehnlichen Spiel war unsere Mannschaft von Beginn an bissiger und lauf- und zweikampfstärker, so daß am Ende ein vielumjubelter 2:0 Sieg eingefahren werden konnte. Nachdem uns der TSV Weißtal die einzigen Schlappe der Hinserie zugefügt hatte, konnte man sich auf diese Weise revanchieren.

Jetzt waren auch die letzten Zweifler überzeugt. Diese Mannschaft kann den Meistertitel erringen. Hierzu waren natürlich weitere Siege nötig. Man durfte sich jetzt nicht auf dem bisher geleisteten ausruhen, sondern mußte zielstrebig die nächsten Aufgaben angehen. Dies tat die Mannschaft in vorzüglicher Weise. Hatte man in der Hinserie noch teilweise sehr knappe Ergebnisse erzielt, so deklassierte man jetzt namhafte Mannschaften wie Laasphe und Klafeld mit jeweils 5:1 oder Aue-Wingeshausen, Hilchenbach und Kreuztal mit jeweils 4:2. Mit einem weiterem Erfolg in Setzen erarbeitete man sich zum 24. Spieltag einen Vorsprung von sage und schreibe 7 Punkten vor dem zweitplazierten Germania Salchendorf, so daß man bereits im nächsten Spiel, vier Spieltage vor Schluß, die Meisterschaft mit einem Sieg gegen die SF Eichen-Krombach in Berghausen hätte feiern können.

Erinnern wir uns an dieser Stelle an das Spiel gegen den TSV Weißtal auf dem Kartoffelbraten in Raumland. Hier hatte man die letzte und bisher einzige Niederlage einstecken müssen. Wie man diese wegsteckte und wie überlegen unsere Erste fortan agierte, soll anhand einiger Zahlen noch einmal verdeutlicht werden. So hatte man seit diesem Spiel unglaubliche 30:2 Punkte erspielt und seit dem letzten Unentschieden gegen den Verfolger Feudingen im November 1990 sogar 10 Spiele in Serie gewonnen. Aufgrund dieser Erfolge stand man natürlich auch vermehrt in den Schlagzeilen der heimischen Presse. Montag für Montag laß man in den Gazetten Headlines wie: „SF Edertal weiter vorne“, SF Edertal zieht seine Bahn an der Spitze weiter...“, SF Edertal verteidigt die Tabellenführung“, Edertaler Sportfreunde marschieren jetzt in Richtung Meisterschaft“, Edertal nach 5:1 nicht mehr zu stoppen“ oder „Wer will die Edertaler jetzt noch stoppen?“

Das man doch noch zu stoppen war, bewiesen die Sportfreunde aus Eichen-Krombach. Sie raubten uns mit einem verdienten 3:2-Sieg die vorzeitige Meisterfreude. Der Sekt mußte wieder in den Keller gestellt werden. Sollte es jetzt noch einmal eng werden? Zumal man in den nächsten zwei Begegnungen in Feudingen und Zuhause gegen die Germanen aus Salchendorf gegen die schärfsten Verfolger den nötigen Punkt zum Gewinn der Meisterschaft einfahren mußte. Wie wir alle wissen verloren wir auch in Feudingen, zwar denkbar knapp mit 2:1, aber dennoch mußte die Meisterfeier wieder um eine Woche verschoben werden. Der Vorsprung von ursprünglich 7 Punkten war auf 4 Punkte zusammengeschmolzen, aber immer noch genug um bei einem Punktgewinn gegen den Rangzweiten Salchendorf die „Meisterschale“ vorzeitig entgegen zu nehmen.

Was dann an diesem Sonntag in Berghausen vor der stolzen Kulisse von ca. 750 Zuschauern geschah, kann man kaum beschreiben. Mit einem in dieser Höhe schier sensationell anmutenden 6-0 Kantersieg über den Rangzweiten Germania Salchendorf brachte Aufsteiger Spfr. Edertal mit 45:9 Zählern den Meistertitel unter Dach und Fach.

Die Meisterschaft wurde noch lange bis in die Nacht direkt am Sportplatz gefeiert Nach dem letzten Spiel, das mit 3:1 in Johannland gewonnen wurde beging man die offizielle Meisterfeier zusammen mit Fans, Freunden und Gönnern des Vereins in der Krimmelsdell in Berghausen. Für dieses Fest hatte man sich seitens der Mannschaft etwas besonderes ausgedacht. Weil man, wie bereits erwähnt, in der abgelaufenen Saison „öfter“ mal in den Schlagzeilen der Presse stand, hatte man sich T-Shirts mit diesen Lettern bedrucken lassen und sie dann zu diesem Anlaß der „Öffentlichkeit“ vorgestellt.

Das diese Feier noch seine „Nachwirkungen“ hatte, zeigte sich am Sonntag beim Spiel um den Kreistitel gegen den Meister der Kreisliga A-Süd TSV Siegen. Man verlor verdient mit 4:3. Diese Niederlage konnte aber die Freude über den Aufstieg in die Bezirksklasse nicht trüben.

Läßt man aus heutiger Sicht diese Saison noch einmal Revue passieren, so muß man vor allem den wohl besten Fans in dieser Klasse danken, die auch nach den Niederlagen gegen Eichen und Feudingen kurz vor dem großen Ziel hundertprozentig hinter der Mannschaft standen. An dieser Stelle sei allen Fans noch einmal ein herzliches Dankeschön ausgesprochen.

Danken muß man natürlich auch dem Trainer Otto Debus und den Betreuern Manfred Born und Kurt Aman, die es verstanden haben die Mannschaft optimal zu führen und in den entscheidenden Spielen zu motivieren. Vor allem Otto Debus avancierte in den letzten drei Jahren wohl zu einem der erfolgreichsten Trainer in der Geschichte der SF Edertal. Der größte Dank aber gilt natürlich den Spielern der 1. Mannschaft, die dem Verein in diesem Jahr alle Ehre erwiesen.

Das Sportfest des Jahres 1991 versprach ein Novum im Fußballkreis Wittgenstein zu werden. Mit der Unterstützung der EJOT-Firmengruppe konnte man erstmals ein Turnier einrichten, welches in heimischen Gefilden seinesgleichen sucht. Durch die Bereitstellung finanzieller Mittel an die SF Edertal ist es gelungen, die ranghöchsten Vertreter des heimischen Fußballs alljährlich zum Sportfest einzuladen. Fortan kann man jedes Jahr die spielstärksten Mannschaften der Region auf dem Raumländer Sportplatz beim „EJOT-CUP“ begutachten. Was zu Anfangs mit großer Euphorie aufgenommen wurde, muß heute etwas relativiert werden, denn selbst attraktiver Fußball ist heute noch kein Garant für eine entsprechende Zuschauerkulisse. Der Aufwand der betrieben wird, den Fußballern des Kreises etwas außergewöhnliches zu bieten, wird leider nicht gebührend gewürdigt, und stimmt häufig die Organisatoren sehr nachdenklich. Zu einer Zeit der vielfältigen Freizeitmöglichkeiten scheint es schwer zu sein, eine Vielzahl der Menschen für ein und dieselbe Sache zu begeistern. Trotz allem hat sich der EJOT-CUP bis heute bewährt und wird hoffentlich auch in Zukunft ein Markenzeichen im Fußballkreis bleiben.

Mit der Begeisterung einer erfolgreich abgeschlossenen Saison, startete die unveränderte Truppe um Otto Debus hoch motiviert in die Bezirksliga-Saison. Eine anstrengende und gut geführte Vorbereitung, in welcher man ein Trainingslager in Sexau (Schwarzwald) durchführte, bildete die wichtige Grundlage für die neue Herausforderung Bezirksliga. Als Ziel stand von Beginn an der Klassenerhalt und der Verlauf der Saison zeigte, daß dieses Ziel mehr als realistisch war. Man bewegte sich die ganze Spielrunde über im gesicherten Mittelfeld und konnte die 1. Bezirksliga-Saison schließlich mit dem gestellten Ziel beenden. Der wenig attraktive Fußball der Bezirksliga wurde durch die beiden Lokalderbys gegen den VfL Bad Berleburg etwas interessanter, doch gingen die Partien, wie so oft zuvor, zugunsten des VfL aus.

Die 2. Mannschaft hatte als Saisonziel den Wiederaufstieg in die B-Klasse angepeilt. Als Reserve der 1. wollte man die Klassendifferenz nicht allzu groß werden lassen, um möglichen Zwischenkandidaten den Sprung in die 1. nicht zu erschweren. Doch nach einem relativ guten Saisonverlauf sprang nur der zweite Tabellenplatz heraus und man mußte die anfänglichen Ambitionen in die nächste Saison verschieben. Die dritte Welle, deren halber Kader auch in der Altherren-Mannschaft spielberechtigt ist, zieht immer mal wieder die Aufmerksamkeit auf sich. Sei es durch gelungene Spiele oder aber auch durch deren Randerscheinungen (im positiven Sinne). Es bleibt stets zu wünschen, daß die 3. Mannschaft den Spielbetrieb aufrechterhalten kann, denn dem reinen Lust- und Laune-Fußballer werden hier immer wieder Entfaltungsmöglichkeiten gegeben.

Im Jan. 1992 gründete sich aus den Reihen der SF Edertal ein neuer Verein. Ein Verein der keineswegs in Konkurrenz zu dem Hauptverein stehen sollte, sondern ein Verein mit dem Ziel die SF Edertal zu unterstützen und ihr neue Perspektiven zu ermöglichen. Unter Vorsitz von Werner Born wurde der "Förderverein der SF Edertal" ins Leben gerufen. Aus der Motivation heraus, die Attraktivität des Sports im Verein zu fördern, entstand ein gemeinnütziger Verein, dessen Spendeneinnahmen heute zu den entscheidenden Entlastungen der Vereinsausgaben zählen. Aus den Reihen der aktiven Sportler wurde diese Vereinsgründung sehr begrüßt, denn der finanzielle Aufwand im Sportbereich wird leider immer größer, und um sich weiterhin alle Optionen offenzuhalten, ist man auf solche Hilfe angewiesen. Ein Dankeschön an die Mitglieder dieses Vereins, die hoffentlich stets zur Verfügung stehen werden.

Das das Interesse am Sport und am Vereinsleben vorhanden ist, beweist die Gründung der Jazz-Gymnastikgruppe der Sportfreunde Edertal. Seit Dezember 1991 trainieren unter der Leitung von Marion Breidenstein ca. 30 junge Damen regelmäßig in der Raumländer Sporthalle. Gymnastik, allgemeine Fitneß und das Einüben von Tanzschritten bilden den Schwerpunkt der Trainingsarbeit. Den Erfolg der Arbeit kann man mittlerweile bei mehreren Auftritten der Gruppe, zu den unterschiedlichsten Anlässen immer wieder begutachten. Ob zum Karneval oder zum Sportfest oder auch Veranstaltungen außerhalb des Vereins, überall finden die Darbietungen der Gruppe Anerkennung. Das sich das Vereinsleben der Sportfreunde nicht nur im Fußball-Bereich abspielt, spiegeln die Auftritte der engagierten Tänzerinnen wieder.

Nachdem das 1. Bezirksligajahr erfolgreich beendet wurde, wartete nun das schwierige zweite Jahr in der höheren Spielklasse auf die Erste. Mit verschiedenen Neuzugängen, unter anderem Michael Kroh, verstärkte man in diesem Spieljahr die Mannschaft. Das erklärte Ziel, ein gesicherter Mittelfeldplatz, konnte leider nicht realisiert werden, doch schaffte man mit "Höhen und Tiefen" letztendlich den Klassenerhalt. Die dünne Spielerdecke, trotz der Neuzugänge, kann verletzungsbedingte Ausfälle nunmal nicht kompensieren, worauf die starken Leistungsschwankungen zurückzuführen sind. Doch die Motivation des Trainers und die moralische Geschlossenheit der Mannschaft schafften es immer wieder besondere Leistungen zu erbringen.

Den größten Erfolg dieser Saison konnte die 2. Mannschaft aufweisen. Der eingespielte Kader der letzten Saison, ergänzt um einige Jugendspieler, verwirklichte das gestellte Ziel der Meisterschaft in der Kreisliga C-Nordost. Durch Trainer Jürgen Klein, der die Spieler noch aus Jugendzeiten kannte, und durch Betreuer Hartmut Dickel wurde aus der Zweiten eine verschworene Einheit, die sehr ansehnlichen und vor allem erfolgreichen Fußball versprach. Man konnte letztendlich schon am drittletzten Spieltag der Saison die Sektkorken knallen lassen und eine überaus verdiente Meisterschaft feiern.

18 Siege und nur 2 Unentschieden bei keiner Niederlage. Eine Bilanz die sich wahrlich sehen lassen kann. Mit diesem Erfolg verkleinerte man den Klassenunterschied zur Ersten, was aus vereinspolitischer Sicht äußerst positiv bewertet wurde. Auf das Engagement dieser Truppe blickt man heutzutage teilweise neidvoll zurück.

Der Jugendfußball, der sich wie bereits erwähnt unter dem Namen der JSG Wittgenstein abspielt, hat trotz des großen Einzugsgebietes über Nachwuchsprobleme zu klagen. Die vielfältigen Freizeitangebote, die auf die Jugendlichen hereinstürzen, tragen immer wieder dazu bei , daß einige dem Fußball ade sagen. Trotz des Engagements von vielen Trainern, Helfern und Eltern, unter Federführung von Heinz Imhof sind die Nachwuchssorgen nicht von heute auf morgen zu lösen. Man sollte aber stets bedenken, daß die jungen Kicker die Zukunft des Vereins bilden und deshalb alle Anstrengungen wert sind. Die Jugendmannschaften der JSG sind heute nur noch teilweise in den höheren Jugendspielklassen vertreten, können aber hin und wieder noch beachtlichen Erfolg aufweisen. So stehen sie von Zeit zu Zeit immer wieder im Kreispokalspiel und treffen dort auf die spielstarke Jugendmannschaft der SF Siegen. Eine solche Leistung verdient Anerkennung, bedenkt man doch den erheblich größeren Aufwand, den die SF Siegen um ihre Jugendabteilung betreiben. Mit solchen Leistungen kann man aber die Motivation der Jugendlichen fördern und ihre Treue zum Fußball verfestigen. Die Jugendarbeit verlangt heute ein starkes Engagement der Beteiligten, um die Begeisterung der Jugendlichen aufrecht zu erhalten. Daher sind wir in Edertal froh, immer noch Trainer, Betreuer und Helfer zu finden.

Ein reges Treiben im Verein kann man stets aus der Kanuabteilung vermelden. Diese Abteilung, die 1995 ihr 10jähriges Bestehen feiern konnte, hat sich in den letzten Jahren durch vielseitige Aktivitäten ausgezeichnet. Neben dem alljährlichen Paddeltag, der Aktive und Interessierte zu Eder lockt, werden eine Reihe von Bootstouren durchgeführt, die die Kanuten nicht nur über deutsche Flüsse und Seen führt. Häufig werden die Planungen der Kanuten aber durch wetterbedingte Einflüsse beeinträchtigt. So bedeutet der Regen zum einen, daß die Flüsse ausreichend Wasser führen und somit die Boote problemlos getragen werden können. Auf der anderen Seite, erschwert das kühle Naß von oben den Beteiligten häufig das Zelte aufbauen und Essen kochen. Noch dazu ist es wirklich angenehmer im warmen Sonnenschein auf dem Wasser zu paddeln. So tendieren die Hoffnungen bei allen Planungen immer in verschiedene Richtungen, doch letztendlich lassen sich die Kanuten eigentlich nur von zu wenig Wasser abschrecken. Die Abteilung, die durch Veranstaltungen und Eigenleistung ihre Ausrüstung finanziert hat sich im Laufe der Zeit schon einen beachtlichen Materialbestand aufgebaut. Es werden die Bootsklassen 1-er, 2-er und 4-er gefahren und jeder Aktive kann seinem Wunsch entsprechend ein Boot auswählen. Das diese Sportart eine enge Verbundenheit zur Natur bildet, findet sich auch im Bewußtsein dieser Sportler wieder. Es werden regelmäßig Säuberungsaktionen an den heimischen Flüssen begleitet, die vom zuständigen Fischerverein organisiert werden. Das Zusammenspiel Natur - Mensch funktioniert hier also noch. Die Sportfreunde der Kanuabteilung, die von Hans-Ulrich Kroh geleitet werden, freuen sich über jeden Interessierten, und sind gerne bereit Neulinge aufzunehmen.

Für die 1. Mannschaft bedeutete der Abschluß der Saison 92/93 gleichzeitig auch das Ausscheiden einiger wichtigen Persönlichkeiten. Mit Otto Debus hatte man seit 5 1/2 Jahren einen Trainer verpflichtet, der sich im besonderen für die Vereinserfolge er letzten Jahre auszeichnen konnte. Einen aufopferungsvoll arbeitenden Trainer zu finden, der außerdem der Geschäftsführung des Vereins gefallen muß, ist im hiesigen Fußballkreis recht schwierig. Wenn man noch dazu einen sucht, der in der Lage ist Harmonie, Freundschaft und Kameradschaft zu fördern, dann ist man häufig vergebens unterwegs. Auf Otto Debus jedoch trafen diese Eigenschaften zu und sein Abschied wurde von allen Beteiligten mit ein wenig Wehmut begleitet. Doch auch in den unteren Fußballklassen verspricht man sich von einen Trainerwechsel, eine neue Leistungsbereitschaft innerhalb der Mannschaft zu erzeugen. Daher einigte man sich schon vor Abschluß der Saison auf einen Trainerwechsel. Einen weiteren sportlichen Verlust mußte die I. beklagen, da Top-Stürmer Michael Born aus familiären Gründen den Verein zum Saisonende verließ. Ihm war es zu verdanken, daß in der Rückrunde ´93 die Zugehörigkeit zur Bezirksklasse gehalten werden konnte. Nachdem zwei entscheidende Positionen neu besetzt werden mußte, stand man also für 93/94 vor einen Neuanfang.

Mit Michael Kroh verpflichtete man einen jungen, aber fußballerfahrenen Spielertrainer für die neue Saison 93/94. Das diese Saison nach den Abgängen Michael Born und Bernd Dziawer (TuS Erndtebrück) eine besonders schwierige werden würde, war von vornherein klar. Doch Michael Kroh war sich dessen bewußt und nahm die Aufgabe an. Nachdem das Sturmduo nun nicht mehr zur Verfügung stand, glaubte man, auch ohne nennenswerte Neuverpflichtungen, das dritte Bezirksligajahr angehen zu können. Nach guter Vorbereitung mit einem absolvierten Trainingslager in Höhingen, startete man in die beginnende Spielrunde. Schnell wurde allen klar, daß dieses Jahr die zu erntenden Früchte noch hingen. Neben der dünnen Spielerdecke, verletztungsbedingter Ausfälle und unberechtigter Dezimierungen fehlte auch häufig das Glück des Tüchtigen. Die Mannschaft, die ihren neuen Trainer restlos akzeptiert hatte, mühte sich redlich, doch standen am Ende die Punkte zumeist auf des Gegners Konto. Zur Winterpause belegte man einen abgeschlagenen Tabellenplatz. Die Moral der Truppe war aber keineswegs gestört, so daß in dieser Saison erstmalig eine Weihnachtsfeier der Spieler arrangiert wurde, die sich von diesen Zeitpunkt an mit zunehmender Begeisterung jährlich wiederholt. Mit neuer Motivation ging es schließlich in die Rückrunde. Mit Rückkehrer Bernd Dziawer verstärkt, schöpfte man nochmals Hoffnung. Doch schon bald war zu erkennen, daß die Früchte in aussichtsloser Höhe hingen. Der Abstieg nach 3 Jahren Bezirksliga konnte somit nicht vermieden werden. Die Mannschaft, die trotz der vielen Niederlagen, nie ihren Teamgeist verlor trat mit Würde aus der Spielklasse aus.

Bei der 2. Mannschaft, die ohne zu erwartende Probleme in die B-Liga Nord gestartet war, blieb man sehr schnell hinter den Erwartungen zurück. Man rechnete mit einem gesicherten Mittelfeldplatz, fand sich aber nach 2/3 der Hinrunde auf dem letzten Tabellenplatz wieder. Aus der Abstiegszone herauszukommen, stellte sich als schwierige Aufgabe heraus. Erst mit Verstärkung aus der I. Mannschaft (zum Saisonende) konnte man das rettende Ufer erreichen und damit sein Minimalziel erfüllen. Die 3. Welle schloß die Saison am erfolgreichsten aus vereinsinterner Sicht ab. Mit einer Vielzahl von Spielern, darunter einige Altherren-Spieler, konnte „Teamchef“ Ulrich Knebel eine überaus gelungene Saison beschließen. Die Dritte ist Jahr für Jahr auf Tuchfühlung zu den jeweiligen Spitzenreitern der C-Liga Nord, doch fehlt es ihr an der nötigen Konstanz, um ein ernster Anwärter auf den Thron zu werden, was andererseits auch nicht das Ziel dieser Kicker ist.

Wenn die Fußballer in die Sommerpause gehen, beginnt für die Leichtathleten zumeist die Hochsaison. Die Leichtathleten der Sportfreunde, die sich überwiegend aus Jugendlichen zusammen setzen, führen in dieser Zeit Vereins- und Stadtmeisterschaften aus. Die von Hanna Nipko und Volker Birkelbach stets gut organisierten Vereinsmeisterschaften werden mittlerweile ausschließlich auf den dafür geeigneten Anlagen auf dem Stöppel durchgeführt. Unter Beteiligung vieler Helfer werden die Besten der Jahrgangsklassen ermittelt und ausgezeichnet. Die Beteiligung an den Stadtmeisterschaften ist für unsere Leichtathleten eine obligatorische Aufgabe. Der Vergleich mit den anderen Leichtathleten des Stadtsportverbandes zeigt, daß unser Verein sich häufig durch sehr gute Leistungen auszeichnet und talentierte Sportler hervorbringt. Es sind aber vor allem die überregionalen Wettkämpfe an denen die Athleten teilnehmen und um Punkte kämpfen. Es bleibt zu wünschen, daß die Resonanz im Jugendbereich der Leichtathleten weiterhin gefördert wird und damit den Sportfreunden Edertal ein Stück Flexibilität erhalten bleibt.

Ein Problem welches mittlerweile jeden Verein über das ganze Jahr begleitet, ist die Tatsache, daß häufig zu wenig Schiedsrichter für den Verein zur Verfügung stehen. Um drei Seniorenmannschaften zu unterhalten, müssen auch dementsprechend Schiedsrichter gestellt werden. Da diese Anforderungen oftmals nicht erfüllt werden, müssen Vereine erhebliche Konsequenzen fürchten, die die Existenz eines Vereins schwer erschüttern können. Froh können wir sein, bis jetzt noch nicht mit diesen Konsequenzen belegt worden zu sein. Doch es muß auf dieses Problem hingewiesen werden, damit zukünftig dieser Status gehalten werden kann. Unsere Schiedsrichterkameraden Georg Dickel, Hermann Berge und Manfred Born freuen sich über jeden weiteren Kollegen und vor allem über Nachwuchs in den eigenen Reihen. Denn ohne Sie würde der Ball nicht rollen.

Das das Vereinsleben heutzutage vielseitig ist, konnte man sicherlich schon erkennen. Das man heutzutage den Sportlern und Jugendlichen immer mehr bieten muß, ist selbstverständlich geworden. Die Sportfreunde haben sich diesem Trend nicht verschlossen und führen schon seit 1989 alljährlich eine Disco-Party durch, die die Jugendlichen der Umgebung mit zeitgenössischer Musik versorgt. Die Veranstaltung konnte bis heute eine gute Resonanz verzeichnen und wird deshalb wohl auch in Zukunft stattfinden.

Der Seniorenfußball der Saison 94/95 verlief ohne nennenswerte Höhepunkte. Nach Abstieg aus der Bezirksliga konnte die 1. Mannschaft um Trainer Michael Kroh eine zufriedenstellende Saison abschließen. Man hatte stets einen oberen Tabellenplatz inne, doch ernsthafte Ambitionen ergaben sich nicht. Auch bei der 2. Mannschaft tat sich wenig erwähnenswertes. Die Mannschaft, die letztmals von Jürgen Klein trainiert wurde, schaffte frühzeitig den Klassenerhalt und sollte mittlerweile eigentlich zu den abgeklärteren Teams in dieser Klasse gehören. Den Spaß der 3. Welle am Fußball konnte man auch in dieser Saison wieder beobachten, wobei man wieder mal auf den Einsatz der Altenherren angewiesen war.

Im Frühjahr 1995 ergab sich in der Führungsregie des Vereins ein Wechsel. Nach achtjähriger Amtszeit schied Friedhelm Limper als 1. Vorsitzender aus einem engagiert geführten Amt aus. Auch Hilde Robeck als Vermögensverwalterin stand nicht mehr zur Verfügung. Sie hatte dieses Amt seit 15 Jahren geleitet und einen bemerkenswerten Einsatz erbracht. Die ehrenamtlichen Tätigkeiten im Verein bleiben leider häufig unerwähnt, doch sind sie von entscheidender Bedeutung. Als 1. Vorsitzenden wählte die Versammlung an jenen Tage unser bekanntes Mitglied Christian Knebel an die Führungsspitze und mit Jürgen Dreisbach einen neuen Vermögensverwalter. Die Neuwahlen dieser Jahreshauptversammlung erbrachten einige Veränderungen, mit denen der Verein neue Impulse setzte.

Die Weichen für die neue Saison 95/96 wurden bereits frühzeitig gestellt. Durch den persönlichen Einsatz von Michael Kroh gelang es, talentierte Fußballer zu verpflichten, die der 1. Mannschaft ein neues Erscheinungsbild geben sollten. Der Aufstieg in die Bezirksliga ist das ausgegebene Ziel und derzeit befindet sich diese Mannschaft auf dem besten Wege dorthin. Doch alles weitere bleibt vorerst abzuwarten.


 
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